Bits & Bäume – Die Konferenz für Digitalisierung und Nachhaltigkeit

Unter dem Motto „Bits & Bäume“ fand am 17. und 18. November 2018 im Hauptgebäude der Technischen Universität Berlin eine Konferenz zum Thema Digitalisierung und Nachhaltigkeit statt (s. www.bits-und-baeume.org). Diese wollten wir nutzen, um uns über die gegenwärtigen Trends und deren Bedeutung für den BV zu informieren und Kontakte für den Berufsverband aufzubauen. India Chahbari und Bernhard Demel vom Vorstand des BV Umwelt nahmen deshalb im Namen des Verbandes an der Konferenz teil; India Chahbari sei an dieser Stelle für die Organisation von Fahrt und Unterkunft sowie ihr Engagement ganz herzlich gedankt!

Getragen wurde die Konferenz u.a. vom Deutschen Naturschutzring, Dachverband der deutschen Natur-, Tier- und Umweltschutzorganisationen (DNR) e.V., der Technischen Universität Berlin, Germanwatch e.V., dem Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland e.V. (BUND), Brot für die Welt – Evangelisches Werk für Diakonie und Entwicklung e.V. und dem Chaos Computer Club e. V. (CCC). Sowohl von „digitaler“ wie auch von „nachhaltiger“ Seite waren somit zahlreiche renommierte Organisationen als Ausrichter vertreten.

Den über 1700 Teilnehmern aus ganz Deutschland wurde mit über 120 Talks, Podien und Workshops eine breite Palette an Angeboten bereitgestellt. Diese verteilten sich u.a. auf die Schwerpunkte Alternatives Wirtschaften, Daten & Umwelt, Digitaler Kapitalismus und Stadt – Land – Smart. Viele Talks und Podien wurden digital aufgezeichnet und stehen als Downloads unter https://media.ccc.de/c/bub2018 öffentlich zur Verfügung. Auch unseren Mitgliedern ist somit eine „nachträgliche“ Teilnahme im virtuellen Raum möglich, was allen ans Herz gelegt sei. Im Forum im Lichthof der TU gab es zudem eine Möglichkeit für Organisationen, sich zu präsentieren und miteinander ins Gespräch und in Kontakt zu kommen. Leider war uns dies vorab nicht bekannt gewesen, weshalb der BV-Umwelt nicht mit einem Stand vertreten sein konnte. Es gab allerding die Möglichkeit, unseren neuen Flyer auszulegen und zu verteilen. Das Forum war auch der Ort eines alternativen „Beats-und-Bäume-Konzertes“ am Samstag abend mit einem „Anarcho-Jodel-Duo“ und einem „Protest-Geiger“.

Da stets meherere Veranstaltungen parallel abliefen, fiel es bei dem vielfältigen und interessanten Angebot teilweise schwer, sich für ein Angebot zu entscheiden. India Chahbari und Bernhard Demel entschieden sich u.a. für Vorträge und Workshops unter den Schlagworten „Recycling im digitalen Zeitalter“, „Bits, Bienen und Bauern – wo steht die Digitalisierung in der Landwirtschaft und wo müssen wir hin“, „Obsoleszenz durch Software“, „China und die digitale Weltordnung“ und „Cyberpeace – nur ein ziviles Internet ist nahchhaltig“. Was auf den ersten Blick nur wenig mit Umweltwissenschaften zu tun haben mag, ist bei genauerer Betrachtung in einer vernetzten, digitalen Welt von den Umweltwissenschaften kaum zu trennen. Denn getreu unseres Verbandsmottos „Interdisziplinarität verbindet“ hält die Digitalisierung in vielfältiger Form Einzug in die verschiedenen Wissenszweige und deren positive wie negative Auswirkungen zeitigen sich in den verschiedensten Bereichen: so führt als Beispiel die Digitalisierung durch den häufigen Neukauf von Smartphones u.a. zu einem massiven Anstieg des Elektronikschrottes, was sowohl zu Herausforderungen im Recycling wie auch in der Ressourcenbeschaffung führt. Wichtige Rohstoffe für Smartphones kommen z.B. aus dem Kongo, wo diese unter umweltschädlichsten und menschenunwürdigsten Bedingungen abgebaut werden. Der Anstieg des Stromverbrauches durch Internet, SmartHomes u. dgl. überkompensiert dabei die durch Digitalisierung bisher erreichten Einsparungen des Stromverbrauches und der Zubau an Alternativen Energien kann dadurch das Zurückfahren konventioneller Energien nicht kompensieren. Andererseits sind viele neue Konzepte ohne digitale Technologien nicht möglich und die grundsätzlichen Möglichkeiten noch garnicht auszuloten, z.B. in alternativen Mobilitätskonzepten durch Apps zum Carsharing bzw. gemeinsamer Nutzung von Fahrzeugen und Vernetzung des öffentlichen Nah- und Fernverkehrs.

India Chahbari und Bernhard Demel konnten auf der Tagung mehrere vielversprechende Kontakte zu Wissenschaftlern und Aktivisten knüpfen. Wir hoffen, die eine oder den anderen davon als Referenten für eine unserer zukünftigen Vortragsveranstaltungen gewinnen zu können und Kontakte zu den entsprechenden Studiengängen der TU Berlin aufzubauen. Zudem wurde der Kontakt zu Prof. Dr. Tilman Santarius von der TU Berlin, mit dem wir am infernum-Tag in Oberhausen ins Gespräch gekommen waren, wieder aufgenommen; wir streben an, ihn zu einer Vortragsveranstaltung einzuladen.

Die Tagung stellte für den BV somit eine großartige Gelegenheit dar, seine Möglichkeiten auszuloten. Zukünftig wollen wir solche Gelegenheiten nutzen, uns auch als Verband einer breiteren Öffentlichkeit zu präsentieren und unseren Mitgliedern die Gelegenheit geben, sich daran ebenfalls aktiv zu beteiligen.

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