Bericht Exkursion Läppkes Mühlenbach

Am 19.9.2019 hat der Berufsverband Umwelt die Biologische Station Westliches Ruhrgebiet, die in Haus Ripshorst in Oberhausen an der Stadtgrenze zu Essen ansässig ist, besucht. Direkt vor der Haustüre wurde 2016 der Läppkes Mühlenbach ökologisch umgestaltet. Der Läppkes Mühlenbach ist derzeit noch ein Schmutzwasserlauf, das heißt er ist mit häuslichen Abwässern belastet. Dies sollte eigentlich schon 2018 der Vergangenheit angehören, die Abwässer sollten in einem noch zu bauenden Abwasserkanal geführt werden, während der Bach dann schmutzwasserfrei und geruchlos Richtung Emscher fließt. Dazu wurde 2016 bereits eine Neutrassierung des Gewässers angelegt. Diese Neutrassierung durchschneidet aufgeschüttete Bereiche, die sich im Bereich des ehemaligen Sammelbahnhofes Essen-Frintrop als auch des ehemaligen Stahlwerkes der Gute Hoffnungshütte befinden. Aktuell fließt hier bis heute noch kein Mühlenbach, aber sein zukünftiger Verlauf wurde hier schon entsprechend vorprofiliert. Nur in einer tiefen Senke befindet sich derzeit ein stehendes Gewässer mit Rohrkolben. Trotzdem haben sich natürlich schon spontan Pflanzen- und Tierarten auf diesem sehr trockenen Gelände angesiedelt. In den vergangenen drei Jahren wurde in einem Verbundprojekt der Biologische Station Westliches Ruhrgebiet mit den Universitäten Essen und Bochum die Flora und Fauna genauestens untersucht. Für den Bereich Botanik, der von Corinne Buch von der Biologischen Station bearbeitet wird, wurden jeweils drei Transsekte mit 18 Vegetationsaufnahmen kartiert und ausgewertet. So kann die Vegetationsentwicklung im Zuge der natürlichen Sukzession genauestens dokumentiert werden. Derzeit treffen wir eine Trockenheit ertragende Pioniervegetation auf den sandigen Schotteruntergründen der hier ausstreichenden Rheinterrasse an. Dies wird sich sicherlich mit dem Anschluss dieser neu geschaffenen Renaturierungsstrecke an den wasserführenden Mühlenbach in ein bis zwei Jahren deutlich verändern, hin zu einer durch Gewässer und Feuchtigkeit geprägten Vegetation mit entsprechend veränderter Besiedlung durch Pflanzen- und Tiergruppen.

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Bernhard Demel

Über Bernhard Demel

Mein Name ist Bernhard Demel, ich bin Diplom-Umweltwissenschaftler und habe an der Universität Essen Ökologie studiert. Meine Studienschwerpunkte lagen im Bereich Botanik und Geologie; als Diplomarbeit erstellte ich eine Vegetationskartierung. Nach meinem Studium verschlug es mich zuerst in den Bereich Landschaftsplanung und dann immer stärker in die Natur- und Umweltbildung. Auch in meiner Freizeit und ehrenamtlich setze ich mich für Natur und Umwelt ein – u.a. beim NABU, bei der DGfM und eben beim BV-Umwelt. Mein ausführliches Profil findet sich im Forum „Mitgliedervorstellung“!